Sehenswertes

Geißelsäule

Die Geißelsäule ist ein Kunstwerk aus katholischer Zeit. Sie wurde von dem Meister Hans Witten im Jahr 1515 geschaffen und war für das Kloster bestimmt, wo sie den Mönchen als Andachtsbild und zur Meditation diente. Ihre Aufstellung in der Kirche erfolgte erst um 1820.
Das Kunstwerk ist im Ganzen aus einem Eichenstamm von 1,20m Durchmesser gearbeitet, nur einige Teile, die über diesen Durchmesser hinausragen, sind angesetzt. Die Höhe beträgt etwa 3.80m.
Dargestellt wird in dem Schnitzwerk die Geißelung Christi in einer Gruppe aus fünf Figuren. Sie zeigt Christus, wie er an einen Baumstamm gebunden ist und von einem der Kriegsknechte, der hinter der ganzen Gruppe steht, durch einen Strick festgehalten wird. Zwei andere geißeln ihn, während ein vierter am Fuß der Geißelsäule kniet und die Dornenkrone zurecht macht.
Christi Gesichtsausdruck lässt die ihm bevorstehenden Leiden schon erkennen, dagegen haben die zwei Kriegsknechte, die ihn schlagen, einen rohen Gesichtsausdruck. Nur der Dornenflechter zu seinen Füßen trägt edle Gesichtszüge. Sie drücken tiefes Mitleid mit Christi Leiden aus. Und zum Miterleben dieses Leidens will der Künstler den Betrachter einladen.
Man findet an diesem Kunstwerk charakteristische Merkmale von Christusfiguren von Hans Witten wieder, wie das in straff gescheitelten Flechten endende Haar, der Backenbart und der kurze zweigeteilte Kinnbart u.a.

Nordportal

Ursprünglich war der Haupteingang in die Kirche an der Nordseite gelegen. Der letzte Abt des Klosters beauftragte Hans Witten im Rahmen des Umbaus in eine spätgotische Hallenkirche damit, dem Hauptportal einen würdigen Rahmen zu geben. Wegen seines schlechten Erhaltungszustandes wurde das Portal 1973 an seinem alten Standort abgebrochen und ins Innere der Kirche versetzt.
Das Portal ist aus Rochlitzer Porphyr gefertigt, es ist über 11m hoch und erstreckt sich über drei Ebenen, die durch ornamentale Astwerkrahmungen begrenzt sind.
Unten wird die weltliche Ebene dargestellt. Sie zeigt die Stifter des Klosters, Kaiser Lothar und seine Frau Richenza sowie die beiden letzten Äbte des Klosters Heinrich von Schleinitz und Hilarius von Rehberg. Die Löwengestalten versinnbildlichen den Wächterdienst vor dem Heiligtum.
In der Mitte wird die Verbindung zwischen weltlicher und göttlicher Ebene dargestellt und zeigt Maria und die Heiligen. In der Mitte sieht man Maria mit dem Jesuskind als Patronin der Klosterkirche. Ihr zur Seite stehen die beiden Figuren Johannes der Evangelist (rechts) und Johannes der Täufer (mit dem Lamm links). An den Außenseiten stehen die beiden Ordensheiligen, links der heilige Benedikt und rechts Scholastika.
Oben wird die göttliche Ebene dargestellt.Sie wird gebildet von der Gruppe der Dreieinigkeit (auch Gnadenstuhl genannt). Gott=Vater auf dem Thron sitzend hält vor sich den gekreuzigten Gott=Sohn, auf dem Kreuz steht mit ausgebreiteten Flügeln die Taube als Symbol Gottes des Heiligen Geistes. Umgeben sind alle drei von musizierende anbetende Engel.

Katharinenaltar

Der gotische Flügelaltar ist ein Werk von Pankratius Grueber und wurde 1499 für die Katharinenkirche Großenhain gefertigt. Dort stand er bis zum Abbruch der Kirche 1869, danach in einer Halle am Eingang der Großenhainer Marienkirche, wo es zu schweren Schäden kam, so dass er 1971 abgebaut und konserviert werden musste. Nach Abschluß der Konservierung wurde er 1995 in der Schloßkirche Chemnitz aufgestellt.
Zentrale Figur im Mittelschrein ist Maria mit dem Kind, links von ihr Katharina (mit Buch) und rechts Barbara (mit Kelch). Darüber in der Mitte der Hl. Christopherus, links der Hl. Wolfgang, rechts ein Bischof, darüber die Skulptur eines Schmerzensmannes.
Die Bildtafeln der Klappflügel innen und die Predella stellen Szenen aus dem Leben der Hl. Katharina dar. Die Klappflügel außen zeigen links oben Margareta (mit Kreuz und Drachen) und Dorothea (mit Blumenkörbchen), links unten Ursula (mit Pfeil) und Maria Magdalena (mit Salbenbüchse), rechts oben Katharina (mit Buch und Schwert) und Barbara (mit Turm), rechts unten Agatha (mit Zange) und Agnes (mit Lamm).

Die Vleugels-Orgel

Die Orgel der Schloßkirche wurde erst in den Jahren 2006 bis 2011 in mehreren Bauabschnitten gebaut. Bis dahin besaß die Schloßkirche eine Schubert Orgel von 1875. Durch die Kriegseinwirkungen hatte auch die Orgel gelitten und mußte 1954 abgebaut werden. In den Jahren 1956/57 baute die Fa. Jehmlich. Dieser Umbau konnte leider als klanglich wenig gelungen bezeichnet werden. Dazu kam, dass sich die Renovierungsarbeiten und der Umbau der Orgelempore in den Jahren 1973 bis 1988 verheerend auf die technische Anlage der Orgel auswirkten, so dass die Funktionsfähigkeit der technischen Anlage nicht mehr gegeben war. 1995 gründete sich der Orgelbau Förderverein der Schloßkirche e.V., der es sich zur Aufgabe machte, die Idee des Orgelneubaus für die Schloßkirche bekannt zu machen und Spenden zu sammeln, um ein solches Projekt zu ermöglichen. Der Orgelneubau wurde 2003 vom Kirchenvorstand beschlossen.
Die neue Orgel verfolgt das Klangkonzept einer „französisch-symphonischen Orgel nach Aristide Cavaillé-Coll“, was besonders gut zur Akustik in der Schloßkirche paßt. Dieser Orgeltyp ist nicht nur in Chemnitz einzigartig, sondern auch weit darüber hinaus. Die Orgel ist freistehend und macht somit die ganze Länge des Kirchenraumes sichtbar.
Das Besondere an der Orgel ist die farbliche Gestaltung des Orgelprospekts, die der Künstler Jaques Gassmann realisierte. Die Sachlichkeit und die strengen geometrischen Formen der Orgel werden so aufgehoben und sie ist nicht nur der größte und wichtigste Gegenstand des Kircheninneren, sondern ein Kunstwerk des 21. Jahrhunderts.

Weiterführende Informationen zur Orgel der Schloßkirche sind zu finden in Eine Französin für Chemnitz.


Die Bilder wurden fotografiert von Elsemarie Schaarschmidt. Die Bilder Orgel-Impressionen (1) und Orgelempore wurden fotografiert von Siegfried Petri.

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