Nachgedacht - August/September 2020

Es klingelt. Eine Freundin steht draußen – mit etwas Schwerem im Arm. „Ich bringe dir einen Engel. Ich habe gemeint, du hast einen nötig.“

Ich bin sprachlos. (Das passiert mir selten.)

Da steht er da im geflickten Mantel, die Schiebermütze keck in der Stirn. Nicht, wie man sich gewöhnlich einen Engel vorstellt.

Nachgedacht - Juni/Juli 2020

Wie geht es Ihnen in der derzeitigen Corona-Krise angesichts der vorsichtigen Lockerungen? Manch einem kann es gar nicht schnell genug gehen, andere dagegen befürchten eine zweite Infektionswelle. Es ist wie ein Lavieren zwischen Aufbruch und Stillstand, zwischen Wollen und nicht Können. Und im Gottesdienst? Da sitzen wir vereinzelt, auf Abstand und dürfen kaum oder gar nicht singen – allenfalls mit Mundschutz. 

Dabei befreit uns nichts so sehr aus Trübsal und Ungewissheit wie das gemeinsame Singen! Und das geht zur Not auch ganz leise, indem wir mit geschlossenem Mund Lieder einfach summen.

Nachgedacht - Mai 2020

„Wo der Geist des Herrn ist, da ist Freiheit.“ (2. Korinther 3,17)

Derzeit sind wir in vielem eingeschränkt: Wir müssen Regeln beachten, wenn wir außer Haus gehen. Es gibt Auflagen für Gottesdienste. Wo auch andere Menschen sind, grenzen wir uns durch Schutzmasken voneinander ab.

Ein Wort zum Sonntag Jubilate 2020

I.
Der erste Sonntag im Mai:
Jubilate - der Jubelsonntag ist da.
Eine Einladung zur Freude,
zum Spaziergang durch die Schöpfung
dorthin, wo die Bäume blühen und das Hellgrün sprießt.
Freude über das Neue, das Gott schafft.

Am letzten Donnerstag stand ich in der Sonne
an einer alten Hausmauer.
Am Sockel aus Feldstein wuchs ein Weinstock.
Sorgfältig war er geschnitten,
angebunden an ein verwittertes Spalier.
Schön sah der Weinstock aus.

Ein Wort zum Sonntag Miserikordias Domini 2020

Christus hat gelitten für euch
und euch ein Vorbild hinterlassen,
dass ihr sollt nachfolgen seinen Fußtapfen;…
der, als er geschmäht wurde,
die Schmähungen nicht erwiderte,
nicht drohte, als er litt,
es aber dem anheim stellte, der gerecht richtet;
der unsre Sünde selbst hinaufgetragen hat
an seinem Leibe auf das Holz,
damit wir, der Sünde abgestorben,
der Gerechtigkeit leben.
Durch seine Wunden seid ihr heil geworden.
Denn ihr wart wie die irrenden Schafe;
aber ihr seid nun bekehrt
zu dem Hirten und Bischof eurer Seelen.

1. Petrus 2, 21 b – 25 i.A.

Im Sommer waren zwei Kinder mit mir an der See. Wie herrlich der Strand mit Sand und Wasser und seinen unzähligen Möglichkeiten zu spielen! Die Vier- und der Sechsjährige  hatten sofort Ideen: Da musste das Haus für den Fischer gebaut werden – mit Garten natürlich! Oder sie warfen Sandbälle möglichst weit in die Wellen. Oder trugen angespülte Quallen zurück ins Wasser. Oder malten große Herzen in den Sand… 

Ein Wort zu Ostern 2020

 

Maria stand draußen vor dem Grab und weinte.
Als sie nun weinte, schaute sie in das Grab
und sieht zwei Engel in weißen Gewändern sitzen,
wo sie den Leichnam Jesu hingelegt hatten.
Und die sprachen zu ihr: Frau, was weinst du?
Sie spricht zu ihnen:
Sie haben meinen Herrn weggenommen,
und ich weiß nicht, wo sie ihn hingelegt haben.
Und als sie das sagte, wandte sie sich um
und sieht Jesus stehen und weiß nicht, dass es Jesus ist.
Spricht Jesus zu ihr: Frau, was weinst du?
Wen suchst du?
Sie meint, es sei der Gärtner, und spricht zu ihm:
Herr, hast du ihn weggetragen, so sage mir,
wo du ihn hingelegt hast; dann will ich ihn holen.
Spricht Jesus zu ihr: Maria!
Da wandte sie sich um und spricht zu ihm: Rabbuni!,
das heißt: Meister!
Maria von Magdala geht und verkündigt den Jüngern:
Ich habe den Herrn gesehen, und das hat er zu mir gesagt.

(Johannes 20, 11ff.)

In diesem Jahr geht es zu Ostern eher verhalten zu: Die Glocken läuten, ja. Aber Gottesdienste mit Liedern, Orgel, Posaunen können wir nicht feiern. Johannes´ Ostergeschichte passt dazu: Sie ist eher leise:

Ein Wort zum Sonntag Palmarum 2020

Als die große Menge, die aufs Fest gekommen war,
hörte, dass Jesus nach Jerusalem käme,
nahmen sie Palmzweige und gingen hinaus
ihm entgegen und riefen:
„Hosianna! Gelobt sei, der da kommt
in dem Namen des Herrn, der König von Israel!“

Jesus fand einen jungen Esel und ritt darauf,
wie geschrieben steht (Sacharja 9,9):
»Fürchte dich nicht, du Tochter Zion!
Siehe, dein König kommt und reitet auf einem Eselsfüllen.«

Das Volk, das bei ihm war,
als er Lazarus aus dem Grabe rief
und von den Toten auferweckte, rühmte die Tat.
Darum ging ihm auch die Menge entgegen,
weil sie hörte, er habe dieses Zeichen getan.

Die Pharisäer aber sprachen untereinander:
Ihr seht, dass ihr nichts ausrichtet;
siehe, alle Welt läuft ihm nach. 

Joh. 12, 12-19

Diese Geschichte wäre derzeit ein Horrorszenario für Gesundheitsbehörde und Ordnungsamt! Jesus kommt in die Hauptstadt. Ihn begleiten seine 12 Jünger und andere Anhänger – schon weit mehr Leute, als zur Zeit an einer Stelle sein dürfen. Sie sind auf dem Weg in die Innenstadt. Einheimische und Touristen füllen die Straßen – Festbetrieb herrscht.

Ein Wort zum Sonntag Judica 2020

Gott, schaffe mir Recht
und führe meine Sache wider das unheilige Volk
und errette mich von den falschen und bösen Leuten!
Denn du bist der Gott meiner Stärke:
Warum hast du mich verstoßen?
Warum muss ich so traurig gehen,
wenn mein Feind mich drängt?

Sende dein Licht und deine Wahrheit,
dass sie mich leiten
und bringen zu deinem heiligen Berg
und zu deiner Wohnung,
dass ich hineingehe zum Altar Gottes,
zu dem Gott, der meine Freude und Wonne ist,
und dir, Gott, auf der Harfe danke, mein Gott.

Was betrübst du dich, meine Seele,
und bist so unruhig in mir?
Harre auf Gott; denn ich werde ihm noch danken,
dass er meines Angesichts Hilfe und mein Gott ist.

Psalm 43 (Wochenpsalm)

„Gott, schaffe mir Recht!“ Da ist einer am Klagen. Ihn quält Bedrängnis. Er beschwert sich, dass Gott nicht eingreift. Der hätte doch die Stärke dazu! - Er fühlt sich nicht nur von Gott verlassen, sondern sogar verstoßen! Er versteht nicht, warum Gott sich scheinbar nicht rührt.

Ein Wort zum Sonntag Lätare 2020

Wohl den Menschen, die dich für ihre Stärke halten
und von Herzen dir nachwandeln!

Wenn sie durchs dürre Tal ziehen, /
wird es ihnen zum Quellgrund,/
und Frühregen hüllt es in Segen.

Sie gehen von einer Kraft zur andern
und schauen den wahren Gott in Zion.

HERR, Gott Zebaoth, höre mein Gebet;
vernimm es, Gott Jakobs! SELA. 

HERR Zebaoth, wohl dem Menschen,
der sich auf dich verlässt! 

aus Psalm 84 (Wochenpsalm)

Es gibt Worte, die – obwohl in anderer Zeit und unter ganz anderen Umständen geäußert – in eine Situation hineinsprechen, als wären eigens dafür gesagt. Ein solches sind für mich die Verse aus dem uns für diese neu beginnende Woche gegebenen Wochenpsalm. Weshalb?

Nachgedacht - Februar / März 2020

Ein kalter Wind weht über den Strand von St. Peter-Ording. Meine Familie und ich sind über den Jahreswechsel in Nordfriesland. Einen Strandspaziergang im Winter wollen wir unternehmen – im Sommer kann das schließlich jeder.

Nachgedacht - Oktober / November 2019

Liebe Leserin, lieber Leser, 

gedanklich möchte ich Sie auf einen Ausflug mitnehmen, den meine Frau und ich im Sommer gemacht haben. Wir besuchten die im kroatischen Poreč gelegene Euphrasius-Basilika, die bereits im 6. Jahrhundert errichtet und danach kaum verändert wurde.

Nachgedacht - August/September 2019

Sommer – die wohl schönste Jahreszeit

Während ich hier sitze und diese Zeilen schreibe, steht die warme Jahreszeit noch bevor, und ich weiß nicht, wie das Wetter sein wird, wenn Sie die Gemeindenachrichten in Ihren Händen halten. Ich erinnere mich noch gern an den Sommer letzten Jahres, Sonne satt und nur warme Tage. Viele von uns freute es, dass sie die wohl schönste Zeit des Jahres genießen und so viel Sonne tanken konnten.

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