Nachgedacht - Juni/Juli 2018

Kinder des Lichts

Das hat sicher jeder schon mal erlebt. Eine alte Kirche mitten in der Stadt. Von außen wirken die hohen gotischen Fenster der Kathedrale grau und unscheinbar. Wer jedoch anschließend in die Kirche hineingeht, dem zeigen sich die eben noch grauen Fenster im wahrsten Sinne des Wortes in einem völlig anderen Licht: Die Sonne scheint durch die bunten Fensterscheiben hindurch und lässt sie in den schönsten Formen und Farben erstrahlen.

Von innen vermitteln die Fenster Gottes Botschaft demjenigen, der bei ihrem Anblick innehält. Dabei sind es dieselben Fenster wie zuvor, doch durch das Sonnenlicht werden sie gleichsam verwandelt zu einem Abglanz der Herrlichkeit Gottes.
Darauf kommt es im Leben immer wieder an: ein Fenster zu werden für das göttliche Licht; transparent zu werden für die Liebe Gottes, die uns trifft, uns verwandelt, durch uns hindurch strömt und auf andere Menschen ausstrahlt. Im Epheserbrief heißt es hierzu: „Wandelt als Kinder des Lichts; die Frucht des Lichts ist lauter Güte und Gerechtigkeit und Wahrheit.“ (Eph. 5,8f.) Wer Gottes Licht unter Menschen leuchten lässt und ihnen Gottes gnädige Zuwendung vermittelt, wird merken, wie in seinem Leben Früchte des göttlichen Lichtes reifen und sichtbar werden: Güte, Gerechtigkeit und Wahrheit. Das sind keine Eigenschaften, die wir von Haus aus mitbringen, sondern Geschenke, die uns durch Gott zu Teil werden: Früchte der Liebe, die nicht weniger, sondern mehr werden, wenn wir sie mit anderen teilen.
So ist es mit Früchten des göttlichen Lichtes wie mit den Fenstern einer Kathedrale – sie kommen manchmal ganz unscheinbar daher; doch wer sie genießt, wird einen Abglanz der Herrlichkeit Gottes schmecken.

Frank Manneschmidt


Bildquelle: pixabay.de

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