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Schloßkirche Chemnitz 

Freu dich, denn dies wird ein Ende haben.

Frieden soll sich ausbreiten wie ein Strom - auch durch mich.

Gott spricht: Ich will dich trösten, wie eine Mutter tröstet.

Ein Wort zum Sonntag Lätare 2020

Wohl den Menschen, die dich für ihre Stärke halten
und von Herzen dir nachwandeln!

Wenn sie durchs dürre Tal ziehen, /
wird es ihnen zum Quellgrund,/
und Frühregen hüllt es in Segen.

Sie gehen von einer Kraft zur andern
und schauen den wahren Gott in Zion.

HERR, Gott Zebaoth, höre mein Gebet;
vernimm es, Gott Jakobs! SELA. 

HERR Zebaoth, wohl dem Menschen,
der sich auf dich verlässt! 

aus Psalm 84 (Wochenpsalm)

Es gibt Worte, die – obwohl in anderer Zeit und unter ganz anderen Umständen geäußert – in eine Situation hineinsprechen, als wären eigens dafür gesagt. Ein solches sind für mich die Verse aus dem uns für diese neu beginnende Woche gegebenen Wochenpsalm. Weshalb?

Ich glaube, wir müssen gerade neu oder wieder lernen, dass wir Menschen längst nicht alles „im Griff“ haben. Wir können erstaunlich viel! Aber wir kommen damit auch an unsere Grenzen – an die Grenzen dessen, was wir vermögen. An die Grenzen dessen, was für uns und andere gut ist. An die Grenzen dessen, was wir im Zweifelsfall „zurückholen“ können…
Wir buchstabieren gerade neu oder wieder, was es heißt, Gott für unsere Stärke zu halten! Worte wie „Gottvertrauen“ oder „behütet sein“, die manchem als „verstaubt“ oder Ausdruck eines (allzu) kindlichen Glaubens erschienen, bekommen wieder Gewicht und entfalten tröstliche Kraft.

Die gegenwärtige Situation hat etwas von „dürrem Tal“ – wenn es uns auch äußerlich an nichts fehlt. Aber Ängste, das Einstellen auf Ungewohntes, der Verzicht auf lieb gewordene Gewohnheiten, Einsamkeit, die Ungewissheit, wie lange diese Beunruhigung anhalten wird… - all das kann eine Zeit auch zur „Durststrecke“ machen. Ob sie uns zum „Quellgrund“ wird – das wage ich jetzt nicht zu sagen.
„Von einer Kraft zur andern gehen…“ – das jedoch erscheint mir eine gute, bestärkende Möglichkeit! Wir kennen noch nicht den gesamten Weg. Wir wissen noch nicht, was er an Zumutungen birgt. Aber wir können ihn vertrauensvoll gehen, weil die Kraft von einer Etappe zur anderen reichen wird – immer wieder neu gegeben von Gott.

Ob wir das immer so merken?
Am ehesten, wenn wir den „Draht“ zu Gott nicht abreißen lassen. Wenn wir ihm immer wieder mit unseren Gebeten in den Ohren liegen und ihn drängen, darauf zu hören. 
Vielleicht sind wir da etwas aus der Übung geraten. Das ist nicht schlimm! Gott erwartet keine wohl gesetzten Worte!

Beginnen wir doch einfach damit, ihm zu sagen (vielleicht immer dann, wenn die Glocken läuten):
„Gott, ich denke vor dir an…  Er/ Sie liegt mir am Herzen, weil… Bitte hilf!“

Ich wünsche uns allen, dass wir darüber zu der eigenen Erfahrung gelangen bzw. darin vergewissert werden:
„Gott, wohl dem Menschen, der sich auf dich verlässt!“

Pfarrerin Gabriele Führer


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